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Yvonne Brockhaus
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Bewerbung in den Niederlanden



Voraussetzungen


Zwischen einer deutschen Bewerbungsmappe und einer Bewerbung in den Niederlanden bestehen deutliche Unterschiede. Um Ihre Arbeitssuche erfolgreich zu gestalten, sollten Sie sich vorab über die  Voraussetzungen informieren und sich mit den kulturellen und sprachlichen Herausforderungen beschäftigen. 


Fehler vermeiden

Auf was Sie achten müssen, wenn Sie in den Nieder-landen arbeiten wollen, und wie Sie als Deutscher in den Niederlanden Fettnäppchen vermeiden, erfahren Sie im folgenden DNHK-Pressebericht.


Sprache und Kultur

Schulungen zur niederländischen Sprache und zu kulturellen Unterschieden zwischen der niederländi-schen und der deutschen Arbeitsumgebung bietet Ihnen die DNHK mit Ihrem Programm DNHK-Seminars.


Gehalt in den Niederlanden

Welche Unterschiede bei Gehältern zwischen Deutschland und den Niederlanden bestehen, erläutert DNHK-Personalberater Christian Pick hier.


Zehn Tipps

Die folgenden zehn Tipps sollten Sie beachten, wenn Sie sich in den Niederlanden bewerben:

 

1. In den Niederlanden werden viele Stellen über Zeitarbeitsfirmen (uitzendbureau´s) oder Personal-vermittlungsagenturen (werving & selectie bureau´s) besetzt. Auch ist es üblich, sich initiativ zu bewerben. Eine weitere Möglichkeit sind die großen Stellenportale im Internet, wo man neben der aktiven Suche nach passenden Stellenanzeigen auch seinen Lebenslauf einstellen kann.

 

2. In den Niederlanden sind sowohl bei der Direkt- als auch der Initiativbewerbung bei Firmen oder bei Vermittlungsagenturen Kurzbewerbungen üblich, die zumeist nur aus einem aussagekräftigen Anschreiben (motivatiebrief) und einem ausführlichen Lebenslauf (CV) bestehen. Diese sollten möglichst auf Niederländisch, ansonsten auf Englisch verfasst sein.

 

3. Wichtig für die Erstellung des Lebenslaufes ist zu wissen, dass die Schul- und Ausbildungssysteme in den Niederlanden anders sind als in Deutschland. Daher sollte man versuchen, seine Abschlüsse in den niederländischen Referenzrahmen zu übertragen. Auch sollten die Aufgaben in den verschiedenen Stationen des Berufslebens detailliert beschrieben werden, um dem potentiellen Arbeitgeber - unabhängig von der Funktionsbezeichnung - einen Eindruck über die eigenen Fähigkeiten zu vermitteln. Weiterhin sollten die Sprachkenntnisse explizit aufgelistet (z.B. Deutsch als Muttersprache und Englisch als Fremdsprache) und bewertet werden (z.B. fließend in Wort und Schrift, passive Kenntnisse usw.). Anders als in Deutschland wird in den Niederlanden weder ein Bewerbungsfoto beigefügt, noch die Religionszugehörigkeit angegeben.

 

4. Im Anschreiben sollte man - ähnlich wie in Deutsch-land - seine Motivation darlegen, warum man die Firma und ggf. die ausgeschriebene Stelle so interessant findet. Dies sollte ergänzt werden durch eine Erklärung, warum man in die Niederlande gezogen ist bzw. warum man gerne dort arbeiten und leben möchte.

 

5. Die Übersendung von Arbeits- oder Ausbildungszeugnissen ist im Nachbarland nicht üblich. Wenn Interesse an einem Bewerber besteht, wird meist im späteren Stadium eine Referenz beim Kandidaten angefordert, also ein Ansprechpartner bei einem ehemaligen Arbeitgeber, der das Sozialverhalten und die Fachkenntnisse des Bewerbers beurteilen kann.

 

6. Häufig gehen in den Niederlanden persönlichen Bewerbungsgesprächen erst Telefoninterviews zur Vorauswahl von Bewerbern voraus. Auch hierfür ist es natürlich schon wichtig, dass man sich und seine Qualitäten auch in einer Fremdsprache (meist Englisch) überzeugend präsentieren kann.

 

7. Pauschal kann man sagen, dass die Kleidung für ein Bewerbungsgespräch bei einer niederländischen Firma weniger formell sein darf als in Deutschland. Dies ist allerdings abhängig von der Branche, und man sollte auf jeden Fall gut angezogen sein - z.B. mit einem Sakko für die Herren oder einem Blazer für die Damen. Aller-dings herrscht gerade bei mittelständischen oder jungen Firmen nicht unbedingt Krawattenzwang. Zur Vorberei-tung hilft oft ein Besuch der Firmenhomepage, um einen Eindruck vom herrschenden Dresscode zu erhalten. Sie können auch kurz bei der Personalabteilung anrufen. Damit kann man gleich zeigen, dass man über das nötige Wissen zur anderen Kultur im Nachbarland verfügt.

 

8. Unterschiede zwischen beiden Ländern äußern sich neben der Kleidung auch im Auftreten. Es ist ratsam, beim Treffen mit einer niederländischen Firma eher bescheiden aufzutreten, d.h. etwa auf die Nennung seiner akademischen Titel oder auffälliger Statussymbole zu verzichten. Da die Niederländer calvinistisch-bodenständig geprägt sind, wird das in Deutschland eher übliche Zeigen von Erfolg und Stand durch z.B. teure Autos schnell als angeberisch bewertet.  

 

9. Niederländische Bewerbungsgespräche dauern meist etwas länger als in Deutschland (nicht selten zwei Stunden oder länger) und gehen verstärkt auf die Person und den Charakter des Bewerbers ein. Denn die Teamfähigkeit ist niederländischen Firmen häufig (fast) noch wichtiger als die Fachkenntnisse eines Bewerbers. Dabei können auch persönlichere und sehr direkte Fragen gestellt werden, z.B. zur Lebenssituation, Familie, Hobby usw., von denen man sich nicht angegriffen fühlen sollte - es zeigt einfach ein profundes Interesse von Seiten des Arbeitgebers.

 

10. Häufig wird man bereits in den Vorstellungsgesprä-chen von den Firmenvertretern geduzt statt gesiezt und mit Vornamen angesprochen. Dies zeugt keineswegs von mangelndem Respekt, aber ebensowenig von enger Vertrautheit oder gar Freundschaft wie in Deutschland. Das Duzen ist einfach ein Zeichen der geringer ausge-prägten Hierarchien in niederländischen Unternehmen. Machen Sie sich bewusst, dass dadurch die Rollenverteilung im Unternehmen nicht berührt wird. 


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