„Die Blätter bestehen aus laminated veneer lumber“, erklärt Mitgründer Tom Siekmann. Darüber befindet sich eine Beschichtung, die die Schaufeln vor Regen, Hagel und Schnee schützt. In Kassel laufen die ersten Prototypen auf einer alten Anlage aus dem Jahr 1997. Für das Unternehmen, dem die Anlage gehört, sind die Blätter ein Glücksfall. Angesichts der rasanten Entwicklung von Rotorblättern ist es oft schwierig, geeignete Blätter für ältere Anlagen zu bekommen. „Wir passen die Blätter für jede Anlage an,“, sagt Siekmann. „Auf diese Weise kann eine perfekt funktionierende Anlage über Jahre hinweg bestehen bleiben. Die Schaufeln, die wir montiert haben, sind übrigens voll mit Sensoren. Mit denen können wir sehen, wie hoch der Energieertrag ist, aber auch, wie sich das Blatt selbst und im Zusammenspiel mit der Anlage verhält.“
Holz hat die richtigen Eigenschaften
Die von Voodin durchgeführten Machbarkeitsstudien zeigten, dass Holz die richtigen Eigenschaften hat, um daraus Rotorblätter herzustellen. „Holz hat homogene Eigenschaften und ein eigenes Abwehrsystem. Das bedeutet, dass z. B. bei einem Brand nicht gleich das ganze Blatt verloren geht“, erklärt er. „Daneben ist Holz langlebiger.“ Siekmann erklärt, dass neben dem Nachhaltigkeitsaspekt, Voodin günstiger produzieren kann. „Weil wir unabhängig von der Größe des Blattes hochautomatisiert bauen, sind wir schneller und benötigen weniger hochqualifizierte Mitarbeiter. Das deutsche Startup liefert Rotorblätter für sowohl die alten Anlagen von vor 20 Jahren als auch die 65 Meter langen Blättern für moderne Windkraftanlagen.
Bauträger und Versorgungsunternehmen
Der Kundenstamm von Voodin Blade Technology besteht hauptsächlich aus großen Original Equipment Manufacturers. „Das sind Unternehmen, die die kompletten Anlagen liefern“, sagt der CEO. „Darüber hinaus sind auch die Kunden dieser OEMs wichtig.“ Diese Kunden sind zum Beispiel Bauträger oder Versorgungsunternehmen. Voodin Blade Technology ist mit mehreren Unternehmen im Gespräch, mit denen man für die weitere Entwicklung zusammenarbeiten möchte. Dabei stehen sie auch mit mehreren Unternehmen in den Niederlanden in Kontakt. „Die Niederlande sind sehr zukunftsorientiert, was die Energieversorgung angeht“, sagt Siekmann, der mehrere Jahre in den Niederlanden studiert hat. „Wir hoffen, dass wir später auch diese niederländischen Windmühlen mit neuen, hölzernen Flügeln ausstatten können.“
Text: Hendrike Oosterhof
Foto: Oliver Maier