Der Einstieg des deutschen Staates soll die Finanzlage von Tennet Deutschland – Betreiber strategischer Energieinfrastruktur – strukturell stärken und damit Sicherheit für die Investitionen bieten, die zur Verstärkung und zum Ausbau des deutschen Hochspannungsnetzes erforderlich sind. Die Deutsch-Niederländische Handelskammer sieht die gemeinsame Investition als positives Signal.
Die Transaktion folgt auf die zuvor angekündigte Kapitalzusage von maximal 9,5 Milliarden Euro durch die drei großen institutionellen Investoren APG, GIC und NBIM. Laut Tennet führt die Kombination aus privaten Investoren und der deutschen Regierung zu einer breiteren und robusteren Aktionärsbasis. Dies ist wichtig in einer Zeit, in der Netzbetreiber große Summen investieren müssen, um die Energiewende zu ermöglichen, die Integration erneuerbarer Energiequellen zu beschleunigen und die Versorgungssicherheit in Europa zu gewährleisten. Tennet-CEO Manon van Beek betont, dass die gemeinsame Beteiligung gerade jetzt, wo die Investitionsagenda schnell wächst und sich die geopolitischen Bedingungen ändern, für zusätzliches Engagement sorgt.
Tennet Deutschland spielt eine zentrale Rolle im deutschen Stromsystem und in der weiteren Vernetzung der Energiemärkte innerhalb Europas. Durch die Stärkung des Netzes können größere Mengen an Strom – darunter Wind- und Solarstrom – von den Produktionstandorten zu Industrie und Haushalten transportiert werden. Damit trägt die Netzerweiterung laut Tennet zu einem robusten und widerstandsfähigen europäischen Stromnetz bei.
Nach der Transaktion hält Tennet Holding mindestens 28,9 % der Anteile an Tennet Deutschland. Diese Beteiligung ermöglicht Tennet die uneingeschränkte Teilhabe an allen wichtigen Entscheidungen. Gleichzeitig bleiben die Synergieeffekte zwischen Tennet Niederlande und Tennet Deutschland weitgehend erhalten. Beide Standorte arbeiten gemeinsam an Projekten, die unter anderem die Verbindungen zwischen Windparks in der Nordsee und dem europäischen Stromnetz realisieren. Durch diese gemeinsame Entwicklung der Infrastruktur bleibt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ein wichtiger Bestandteil der Strategie.