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Roboter-Matrose Kai: Testfahrt mit dem Kollegen von morgen

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Auf der Fähre bei Gorinchem in der Provinz Süd-Holland steht seit Kurzem ein ungewöhnlicher Matrose an Deck. Kein Seemann mit jahrelanger Erfahrung, sondern Roboter Kai: 1,55 Meter groß, humanoid – und erstaunlich seefest. Gemeinsam mit der Fährgesellschaft Riveer wird derzeit über insgesamt zwei Jahre erprobt, ob ein humanoider Roboter künftig an Bord mithelfen kann – ausdrücklich nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur Crew.

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Kai hat bereits unter Beweis gestellt, dass er „Seemannsbeine“ hat. Selbst bei starkem Wellengang und abrupten Manövern bleibt er dank Sensorik und automatischer Balancekorrekturen stabil stehen. In den kommenden Jahren soll getestet werden, für welche Aufgaben er in Frage kommt: Fahrgäste informieren, beim Ticketkauf helfen oder perspektivisch mehrsprachige Auskünfte geben.

 

Damit ist Kai landesweit der erste Roboter in der Seefahrt. IT-Unternehmer Jan van Wijgerden ist verantwortlich für die Anschaffung des Humanoids und betont die Vorteile eines Roboters in Menschengestalt. Die Welt und so auch das Schiff sei auf Menschen ausgerichtet – deshalb kommt ein humanoider Roboter hier am besten zurecht. Die Stadt Gorinchem unterstützt das Projekt und den damit einhergehenden Lernprozess aktiv mit.

 

Das Experiment berührt größere Fragestellungen. Der bevorstehende Ruhestand zahlreicher Fachkräfte und strengere europäische Vorschriften verschärfen den Personalmangel bei Fährdiensten. Kann Robotik dazu beitragen, den Betrieb langfristig sicherzustellen? Die Reaktionen der Passagiere reichen von Neugier bis Skepsis. Klar ist jedoch: Mit Kai an Bord wird jede Überfahrt auch zu einem Blick in die Zukunft der Arbeit.

 

Autor: Maximilian Dahlke

Fotos: Riveer, Fabiënne Wessels

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