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Vom Auto aufs Fahrrad

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Die niederländische Handels- und Servicegesellschaft Pon Holdings B.V. bekommt ab April einen neuen CEO. Der deutsche Manager Christian Dahlheim kennt sich im Automobilbereich bestens aus und soll die Mobilitätssparte des Amsterdamer Unternehmens stärken.

Christian Dahlheim VW

Eigentlich hatte Christian Dahlheim in Braunschweig noch einen Vertrag zu erfüllen: Bis 2028 war er als Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Financial Services AG (VWFS) gesetzt. Doch dann kündigte er seinen vorzeitigen Abschied an. Mit dem Wechsel zu Pon Holdings ist dem Familienunternehmen ein echter Coup gelungen. Die Niederländer sind weltweit vor allem im Bereich Mobilität bekannt. So produzieren sie zum Beispiel Fahrräder unter diversen Markennamen, importieren Autos, betreiben Autohäuser und bieten Mobilitätskonzepte an, etwa E-Scooter- und Car-Sharing, Radleasing sowie Rad-Abonnements.

 

Dahlheim ist bei Pon kein Unbekannter: Der 58-Jährige und sein Vorgänger, Janus Smalbraak, arbeiteten schon mehr als 15 Jahre zusammen. Unter ihrer Leitung wuchs zum Beispiel das Geschäftsfeld Fahrradleasing rasant. VWFS ist sogar mit 49 Prozent an Pons Fahrrad-Leasing-Sparte Bike Mobility Service beteiligt. Außerdem bauten sie gemeinsam Europcar zu einer der weltweit führenden Autovermietungen aus.

 

Doch die Verbindungen zwischen VW und Pon gehen weit über Dalheims Engagement hinaus. Nicht nur, dass das niederländische Unternehmen 1947 der erste Exportpartner von Volkswagen war. Ben Pon, Mitgründer von Pon’s Automobielhandel und erster niederländischer Importeur von VW-Fahrzeugen, lieferte 1947 die Skizze eines kastenförmigen Transporters, dessen Motor im Heck platziert war. Der VW T1, liebevoll auch Bulli genannt, wurde bis zum Jahr 1967 produziert und etwa 1,8 Millionen Mal verkauft.

 

Mit Dalheims Wechsel von VWFS zu Pon schließt sich nun der Kreis. Er leitet ab Frühjahr 2026 ein global agierendes Familienunternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitenden in 32 Ländern auf sechs Kontinenten. Dahlheim dürfte vor allem die niederländische Unternehmenskultur reizen: international geprägt, pragmatisch und offen für Kooperationen. Gerade in der Mobilitätsbranche, in der neue Geschäftsmodelle oft an Schnittstellen entstehen, bietet dieses Umfeld Raum für Innovation und partnerschaftliche Lösungen.

 

Der Wechsel steht exemplarisch für die Dynamik einer Branche im Umbruch. Pon setzt auf einen Manager, der industrielle Tiefe, internationale Erfahrung und strategischen Blick für Mobilität verbindet – Eigenschaften, die immer mehr an Bedeutung gewinnen. Auch für den neuen CEO ist der Schritt ein Aufbruch. „Der Blick zurück erfüllt mich mit Stolz, der Blick nach vorn mit Vorfreude. Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen bei Pon Holdings und darauf, gemeinsam mit einem großartigen Team die Zukunft zu gestalten“, teilte Dahlheim auf seinem LinkedIn-Account mit.

 

Text: Nadja Christ

Foto: VWFS und Nils H. Müller

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