Du bist derzeit in verschiedenen Aufsichtsrats- und Beiratsfunktionen tätig. Welche Rollen übernimmst du und was ist dir bei der Auswahl deiner Mandate wichtig?
Nach mehr als 25 Jahren in Management- und Führungspositionen bin ich heute in verschiedenen Aufsichtsrats- und Beiratsfunktionen tätig. Neben meiner Vorstandsrolle bei der AHK Niederlande bin ich Vorsitzende des Aufsichtsrats von Mantispectra B.V., Mitglied des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses der Archipel Zorggroep, Mitglied des Aufsichtsrats von ARN B.V. sowie Beiratsmitglied des Mikrocentrums. Gleichzeitig orientiere ich mich nach einer neuen operativen Hauptaufgabe.
Meine Mandate wähle ich bewusst aus. Entscheidend ist, dass ich mit meiner Erfahrung, meinen technischen Ausbildungen und meiner Perspektive einen echten Beitrag leisten kann. Dabei möchte ich nicht nur gute Aufsicht leisten, sondern auch als Sparringspartnerin neue Perspektiven eröffnen und Denkanstöße geben. Die Vielfalt der Bereiche – von Pflege und Recycling bis zu Bildung und Photonik – ist für mich ein Mehrwert. Sie ermöglicht es mir, Erfahrungen zu übertragen, Verbindungen zu schaffen und neue Blickwinkel einzubringen.
Du bezeichnest dich selbst als leidenschaftliche Netzwerkerin. Was macht für dich ein starkes Netzwerk aus – und wie bringst du dich darin ein?
Ich war schon immer eine Netzwerkerin und pflege meine Kontakte bewusst. Ein starkes Netzwerk bringt für mich unterschiedliche Welten, Perspektiven, Menschen und Kulturen zusammen. Je vielfältiger die Sichtweisen sind, desto größer ist die Chance, Ideen und Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig können wir voneinander lernen, vorankommen und gemeinsam mehr bewegen.
Für mich ist ein Netzwerk dabei keine Einbahnstraße. Es lebt davon, dass alle etwas einbringen, offen voneinander lernen und ihre Kontakte langfristig pflegen – nicht erst, wenn sie diese brauchen. Diese Haltung prägt auch mein Engagement als Beraterin, Botschafterin und Sparringspartnerin.
Mein Netzwerk als Beraterin und Mentorin reicht von Sectie-C und dem Convention Bureau Brainport Eindhoven über Future by Diversity und Brainport Eindhoven bis zu 24 uur in bedrijf und Peracutus B.V. Zudem bin ich im Netzwerk SER Topvrouwen sowie in diversen Alumni Communities aktiv – darunter TNO, die Technische Universität Eindhoven und TMC. Dort bringe ich meine Erfahrungen und Kontakte ein, lerne Neues und verbinde Menschen und Organisationen, die sich sonst vielleicht nicht begegnet wären.
Deine Verbindung zur Deutsch-Niederländischen Handelskammer besteht schon lange. Wie hat sie begonnen und wie engagierst du dich heute?
Meine erste konkrete Verbindung entstand bereits vor rund 15 Jahren. Damals war ich am Aufbau eines Joint Ventures zwischen TNO in den Niederlanden und TÜV Rheinland in Deutschland beteiligt. Das Unternehmen war im Bereich der Fahrzeugsicherheit und automobiler Crashtests tätig. Die Kammer unterstützte uns bei der Rechtsberatung und der Lohnbuchhaltung. Dadurch habe ich schon früh erlebt, welchen praktischen Mehrwert die Kammer für grenzüberschreitend tätige Unternehmen bietet.
Seit 2022 bin ich Mitglied des Vorstands und bringe mich heute auf vielen Ebenen aktiv ein: bei Vorstandssitzungen, Unternehmer- und Inspirationsreisen nach Deutschland sowie bei Netzwerkveranstaltungen und weiteren Events. Für mich ist die Handelskammer daher weit mehr als ein Netzwerk, dem ich angehöre – ich möchte es aktiv mitgestalten.
Was macht die Deutsch-Niederländische Handelskammer aus deiner Sicht besonders wertvoll für ihre Mitglieder?
Die Kammer öffnet Türen zu einem einzigartigen grenzüberschreitenden Netzwerk. Mitglieder erhalten Zugang zu Entscheidungsträgern und Unternehmen aus Deutschland und den Niederlanden und treffen auf Menschen, die ähnliche Interessen verfolgen, aber häufig ganz unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven mitbringen.
Das Veranstaltungsprogramm schafft immer wieder Impulse und Gelegenheiten zum persönlichen Austausch. Gleichzeitig bietet die AHK Niederlande aktuelle Informationen über wirtschaftliche Entwicklungen in Deutschland, den Niederlanden und Europa. Das hilft Unternehmen dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen.
„Besonders wertvoll wird ein Netzwerk für mich dann, wenn aus Kontakten konkrete Ideen und Kooperationen entstehen.“
Die AHK Niederlande macht neue Unternehmen, Geschäftsfelder und Innovationen sichtbar und bringt die richtigen Partner zusammen. So entstehen grenzüberschreitende Kooperationen, die nicht nur den einzelnen Unternehmen zugutekommen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und der Niederlande stärken.
Was möchtest du persönlich in das Netzwerk der Deutsch-Niederländischen Handelskammer einbringen?
In erster Linie möchte ich mein eigenes Netzwerk öffnen und Menschen miteinander verbinden. Nachdem ich seit rund 30 Jahren in den Niederlanden lebe und arbeite, ist es für mich an der Zeit, etwas zurückzugeben und mich noch stärker für die deutsch-niederländische Zusammenarbeit einzusetzen.
Durch meine deutschen Wurzeln und meine langjährige berufliche Erfahrung in den Niederlanden kenne ich beide Sprachen, Kulturen und Unternehmenswelten sehr gut. Dieses Wissen möchte ich teilen. Hinzu kommen meine Erfahrung aus technischen Branchen, Management- und Führungspositionen sowie aus meinen heutigen Aufsichtsrats- und Beiratsmandaten.
Eine besondere Verbindung habe ich zur Brainport-Region Eindhoven. Ich kenne die Unternehmen, Hightech-Campusse, Netzwerke und die besondere Art der Zusammenarbeit in dieser Region. Viele Mitglieder kommen aus anderen Teilen Deutschlands und der Niederlande. Hier kann ich eine Brücke schlagen, neue Zugänge ermöglichen und die Innovationskraft von Brainport innerhalb des Netzwerks der Deutsch-Niederländischen Handelskammer noch sichtbarer machen.
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