Als CEO und Mitgründer Rob van den Dool im Jahr 2010 mit Yumeko startet, wirkt seine Geschäftsidee noch reichlich idealistisch: nachhaltige Bett- und Badtextilien, die Mensch, Tier und Umwelt schonen – und trotzdem stilvoll designt sind. Inzwischen ist das Pionierprojekt zu einem profitablen Unternehmen herangewachsen. Im Jahr 2025 verzeichnete die B‑Corp-zertifizierte Marke einen Umsatz von rund 11 Millionen Euro. Der Amsterdamer verfolgt ein klares Ziel: „Wir wollen Marktführer für nachhaltige Bett- und Badtextilien in Europa werden – und der Weg führt eindeutig über Deutschland.“
Tatsächlich ist Deutschland schon seit Jahren der wichtigste Auslandsmarkt der Niederländer. Nach einer schwierigen Phase infolge des Ukraine-Kriegs zieht die Nachfrage nun wieder an. „Wenn ein Markt mit 80 Millionen qualitätsbewussten Verbrauchern wieder in Bewegung kommt, wartet man nicht ab“, sagt van den Dool. Nächster logischer Schritt für ihn: Nach dem Webshop yumeko.de und der Präsenz auf der Plattform Avocadostore folgt nun die erste stationäre Listung in Deutschland. Ab Oktober 2026 sind Yumeko-Spannbettlaken auch bei Manufactum erhältlich.
Was Deutschland für das Unternehmen so attraktiv macht, ist vor allem die Haltung der Kundschaft. „Deutsche Konsumenten wollen Dinge nur einmal und dann in guter Qualität kaufen“, sagt van den Dool. Statt schnelllebiger Trends stehen Langlebigkeit und Umweltzertifizierungen im Vordergrund.
Yumeko ist neben den Niederlanden und Deutschland inzwischen in fünf weiteren europäischen Märkten aktiv. Dabei ist die Marke über Ländergrenzen hinweg klar erkennbar. Nur Details passen die Niederländer an lokale Erwartungen und Vorlieben an, von den Größen der Textilien und Verschlüssen bis hin zu praktischen Produkt-Features. Das gleiche gilt für die Kommunikation: In Deutschland ist sie präziser, argumentativer, weniger flapsig als in den Niederlanden.
Am Ende zählt für van den Dool mehr als ein klassisches Umsatzziel: Es geht vielmehr darum, sich zu beweisen. „Wenn sich unsere Bio-Textilien auf dem anspruchsvollen deutschen Markt durchsetzen, können wir uns überall behaupten“, sagt er.
Text: Milla Priboschek