Kannst du kurz vorstellen, was die IHK Nord Westfalen macht und welche Rolle du dort übernimmst?
Die IHK Nord Westfalen vertritt die Interessen von rund 150.000 Unternehmen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region. Wir setzen uns für gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen ein und unterstützen Unternehmen mit Beratung, Service und Netzwerkangeboten – von der Gründung über die Fachkräftesicherung bis zur Internationalisierung.
Als Referent für Internationales berate ich Unternehmen zu außenwirtschaftlichen Fragen, Zoll- und Exportthemen sowie beim Auf- und Ausbau internationaler Geschäftsaktivitäten. Dazu gehören auch Außenwirtschaftsdokumente und aktuelle Anforderungen entlang globaler Lieferketten, etwa zu Nachhaltigkeit und Berichterstattung.
Welche Chancen siehst du in der deutsch-niederländischen Zusammenarbeit?
Unsere Lage in der Grenzregion bietet Chancen für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Innovation. Die Kooperation wächst, doch im Alltag bremsen fehlende Marktkenntnisse oder regulatorische Anforderungen Unternehmen noch häufig aus.
Wenn wir Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze enger vernetzen, können sie neue Kunden und Zulieferer finden und gemeinsam Lieferketten aufbauen. Auch die Zusammenarbeit mit Hochschulen und Institutionen eröffnet Möglichkeiten, Lösungen zu entwickeln und Innovationen voranzubringen.
In unserer Region gibt es dafür konkrete Anknüpfungspunkte: den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft, die Fraunhofer Forschungsfertigung Batteriezelle und das deutsch-niederländische Innovationsprogramm TECH.LAND. Hier spielen Energie, Innovation und grenzüberschreitende Zusammenarbeit eine wichtige Rolle.
Deine Verbindung zur DNHK besteht schon seit deinem Studium. Wie hat sie begonnen und wie sieht sie heute aus?
Während meines Studiums der Niederlande-Deutschland-Studien an der Universität Münster habe ich ein sechsmonatiges Praktikum bei der DNHK in Den Haag absolviert. In der Abteilung Marktaufbau konnte ich viele Unternehmen und Institutionen aus beiden Ländern kennenlernen und erleben, wie deutsch-niederländische Wirtschaftsbeziehungen in der Praxis funktionieren.
Der Kontakt ist seitdem bestehen geblieben. Heute stehen wir sowohl persönlich als auch auf institutioneller Ebene zwischen den Kammern regelmäßig im Austausch. Aus dem Einblick während meines Studiums ist eine langfristige Verbindung geworden.
Was ist für dich die besondere Stärke der DNHK-Mitgliedschaft?
Die DNHK gibt uns Zugang zu aktuellem Marktwissen, relevanten Ansprechpartnern und praxisnahen Informationen über rechtliche, wirtschaftliche und politische Entwicklungen in den Niederlanden. Damit können wir unsere Mitgliedsunternehmen gezielter begleiten und frühzeitig auf Chancen und Herausforderungen im niederländischen Markt aufmerksam machen.
Persönlich schätze ich vor allem das deutsch-niederländische Netzwerk.
Die DNHK bringt Menschen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen.
Der offene Erfahrungsaustausch ermöglicht neue Kontakte und gibt Impulse für Ideen und Kooperationen.
Was kannst du gemeinsam mit der IHK Nord Westfalen in das DNHK-Netzwerk einbringen?
Wir sind für Mitglieder und Kunden der DNHK ein Ansprechpartner vor Ort. Wir unterstützen internationale Geschäftsaktivitäten, zeigen Ansiedlungsperspektiven in Deutschland auf und begleiten niederländische Delegationen und Unternehmensgruppen bei Besuchen in unserer Region.
Dabei öffnen wir unser Netzwerk aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlichen Institutionen. Die DNHK beziehen wir aktiv in grenzüberschreitende Projekte und Initiativen ein, beispielsweise bei TECH.LAND.
Ich selbst bringe meine Erfahrungen aus dem Studium, dem Praktikum und meiner heutigen Tätigkeit ein. Damit möchte ich Unternehmen bei grenzüberschreitenden Fragen unterstützen und zur weiteren Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern beitragen.
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