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Deutscher Außenhandel 2025: Niederlande festigen sich auf Platz Drei

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Der deutsch-niederländische Handel setzt 2025 seinen Wachstumskurs fort. Mit steigenden Exporten und Importen festigen die Niederlande ihre Position als drittwichtigster Handelspartner Deutschlands und unterstreichen die Bedeutung stabiler europäischer Wirtschaftsbeziehungen in geopolitisch herausfordernden Zeiten.

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Die heute veröffentlichten Handelszahlen des Statistischen Bundesamtes für 2025 zeigen eine deutliche Verschiebung in der Rangliste der wichtigsten Handelspartner Deutschlands – und spiegeln die geopolitischen Spannungen und die strategische Neuorientierung des Außenhandels wider. Die Niederlande festigen ihre Position als stabiler Anker in Europa und weltweit drittwichtigster Handelspartner Deutschlands.

Die Niederlande festigen Platz drei – und gewinnen an Bedeutung

Die Niederlande festigen ihre Position als Deutschlands drittwichtigster Handelspartner weltweit mit einem Handelsvolumen von 211 Mrd. Euro, einem Plus von 4% gegenüber dem Vorjahr. Die Importe stiegen um 5% auf 97,8 Mrd. Euro, die Exporte von Deutschland in das Nachbarland stiegen um über 3% auf 113 Mrd. Euro.

China und die USA tauschen die Plätze

An der Spitze der wichtigsten Handelspartner hat es erneut einen Platzwechsel gegeben: Nachdem im Jahr 2024 die USA China als wichtigsten Handelspartner Deutschlands abgelöst hatten, als Folge der von Deutschland angestrebten Diversifizierung mit der Absicht, die Abhängigkeit von China zu reduzieren, tauschen beide Länder 2025 wieder ihre Positionen: China ist wieder Deutschlands Handelspartner Nummer eins, mit einem Handelsvolumen von 252 Mrd. Euro (+2,1%). 

 

Der Handel mit den USA ging 2025 spürbar zurück: Das Volumen sank um 5% auf 241 Mrd. Euro. Die Zahlen spiegeln die anhaltenden wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten im transatlantischen Verhältnis wider – von Industriepolitik über Zölle bis hin zu strategischen Fragen der Lieferketten.

Rekorddefizit im Handel mit China

So eindrucksvoll das Handelsvolumen mit China ist, so problematisch bleibt seine Struktur. Deutschland importierte Waren im Wert von 171 Mrd. Euro, während die Exporte lediglich 81 Mrd. Euro erreichten. Das Ergebnis ist ein Rekordhandelsdefizit, das die anhaltende Abhängigkeit von chinesischen Vorprodukten und Konsumgütern unterstreicht. Während Deutschland mit China ein massives Handelsdefizit aufweist, stehen im Handel mit den Niederlanden Exporten in die Niederlande im Wert von 113 Mrd. Euro Importe aus den Niederlanden im Wert von rund 98 Mrd. Euro gegenüber. 

Europa rückt enger zusammen

Die deutschen Handelszahlen zeigen einen klaren Trend: Europäische Handelspartner gewinnen an Gewicht. Der europäische Binnenmarkt bleibt das Rückgrat des deutschen Außenhandels – nicht nur wegen kurzer Lieferketten, sondern auch wegen gemeinsamer Standards, politischer Nähe und wachsender Koordinierung.

 

Zugleich gewinnt das gemeinsame Auftreten Europas nach außen an Bedeutung. Handelsabkommen mit Regionen wie Mercosur oder Ländern wie Indien stehen zunehmend im Fokus und sind ein Instrument, um langfristig unabhängiger von den USA und China zu werden. In einer fragmentierten Weltwirtschaft wird Größe zum Standortvorteil – und Europa kann diesen nur gemeinsam ausspielen.

Politisches Signal aus Den Haag

Vor diesem Hintergrund stimmt auch der politische Kurswechsel in den Niederlanden optimistisch. Die neue niederländische Regierung unter dem zukünftigen Ministerpräsidenten Rob Jetten von der linksliberalen Partei D66 hat gemeinsam mit den Koalitionspartnern der rechtsliberalen VVD und der christdemokratischen CDA vorige Woche angekündigt, dass die neue Regierung stärker proeuropäisch auftreten wird, stärker in Europa und der Welt sichtbar werden will und die Zusammenarbeit innerhalb der EU vertiefen wird. Das ist ein positives Signal – gerade für Deutschland, dessen Wirtschaft in besonderem Maße von einem funktionierenden europäischen Binnenmarkt und der verlässlichen Partnerschaft mit dem wichtigsten europäischen Handelspartner profitiert.

Ausblick: 2026 wird europäisch

Der Blick nach vorn ist klar: Europa und Zusammenarbeit werden 2026 noch wichtiger. Die Handelszahlen zeigen, dass Diversifizierung, politische Stabilität und verlässliche Partnerschaften in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen werden. Während der Handel mit China und den USA von geopolitischen Spannungen geprägt bleiben wird, erweist sich Europa – mit den Niederlanden als Schlüsselpartner – als stabiler Anker im deutschen Außenhandel.

 

Text: Janine Damm

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