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Health Round Table: Mit vereinten Kräften zur Innovation

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Wie kann sich Innovation im Gesundheitssektor optimal entwickeln? Diese Frage stand beim Health Round Table im Fokus, für den die Deutsch-Niederländische Handelskammer (AHK Niederlande) führende Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik bei Wacker Biotech in Amsterdam zusammengebracht hat.

Round Table Health DNHK Amsterdam

Teilnehmer: DNHK-Präsidentin Eva van Pelt (Paul Hartmann / Qiagen / Ottobock), DNHK-Direktor Günter Gülker, Erwin Nijsse (Wirtschaftsministerium), Ronald Eulenberger (Wacker Biotech), Willemien van Asselt (Wirtschaftsministerium), Robert den Brave (Dräger), Annette Dwars (EuroHealthConnect), Ellen Gijsbers (Fresenius Medical Care) und Jan Leideman (Demcon).

Wichtigste Take-outs:

  • Stärkere Zusammenarbeit über Sektoren und nationale Grenzen hinweg ist nötig
  • Mehr Sandboxes, in denen neue Technologien getestet und weiterentwickelt werden
  • Besserer Zugang zu Finanzmitteln
  • Gesetzgebung für die Nutzung anonymisierter medizinischer Daten

 

Die Botschaft während des Dialogs war klar: Es gibt Bedarf und eine Notwendigkeit für eine stärkere Zusammenarbeit aller Parteien. Wenn Politiker informiert sind, was in der gerade spielt, wissen sie, was nötig ist, um die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Und wenn die Industrie über die Entwicklungen in den Biowissenschaften auf dem Laufenden ist, können sie gemeinsam die Marktchancen ausloten und Innovationen vorantreiben. „Man kann alle Arten von Studien durchführen, aber praktischer ist es, die Unternehmen zu fragen, was sie brauchen“, sagt Erwin Nijsse, der im niederländischen Wirtschaftsministerium Chef der Bereiche Wirtschaft und Innovation ist. Der Wunsch und die Absicht aller Beteiligten ist daher eine intensivere Zusammenarbeit, die sich auf die Chancen und Stärken der verschiedenen Sektoren konzentriert.

 

Die Biotechnologie- und die Gesundheitstechnologiebranche sind Technologietreiber und haben sich in den letzten Jahren bewährt. Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig rasche Innovationen sind und wie wichtig die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Stakeholder ist –  aber es gibt eben auch einige Hindernisse, die diesen Sektor bremsen.

Thema 1: Finanzierung und Investitionen

Innovative Biotech-Unternehmen brauchen finanzielle Unterstützung. Langwierige Verfahren und ein begrenzter Zugang zu Finanzmitteln hemmen jedoch häufig den Fortschritt. Während Länder wie die Vereinigten Staaten eine flexible Finanzierung ermöglichen, gibt es in Europa bürokratische Hürden. InvestNL spielt eine wichtige Rolle bei der Unterstützung innovativer Unternehmen. In Europa werden mehr finanzielle Mittel benötigt, um nachhaltige Investitionen zu gewährleisten. Hierbei können Pensionsfonds eine wichtigere Rolle spielen. Deutschland bietet mit der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) eine in der Wirtschaft bekannte und geschätzte Förderbank.

Thema 2: Regulierung

Die europäische Regulierung ist neben der Finanzierung die zweite große Herausforderung der Branche. Der Datenschutz spielt in Europa eine größere Rolle als in anderen Teilen der Welt. Der Datenschutz ist wichtig, bremst aber gleichzeitig die Entwicklung. Die Einführung von Plattformen für den sicheren Datenaustausch erhöht das Vertrauen und beseitigt Hindernisse. Anonymisierte medizinische Daten werden für Forschung und Innovation zugänglich, mit klaren rechtlichen Garantien. Der Einsatz von Sandboxes, in denen neue Technologien getestet und weiterentwickelt werden, bietet Chancen und wird weiter untersucht.

Thema 3: Sektorübergreifende Zusammenarbeit

Es bestehen verschiedene Partnerschaften zwischen Unternehmen, Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen wie TNO und Fraunhofer.  „Nutzen Sie bestehende Infrastrukturen und Cluster wie auch die verschiedenen Gesundheitscampi und entwickeln Sie diese Strukturen weiter“, sagt Eva van Pelt, Präsidentin der Deutsch-Niederländische Handelskammer und im Health-Sektor erfahrene Geschäftsführerin und Aufsichtsrätin.

Thema 4: Biotech-Vision der Zukunft

Die niederländische Regierung arbeitet derzeit an einer Biotech-Vision. Das Wirtschaftsministerium leitet diese Initiative zusammen mit fünf anderen Ministerien. Die Präsentation dieser neuen Vision wird in den kommenden Monaten erwartet. Die Zukunftsvision kann ein Ausgangspunkt für die weitere Identifizierung von Fachwissen in beiden Ländern sein und Beispiele für ein gemeinsames Vorgehen liefern.

Fazit des binationalen Expertenaustauschs: Gemeinsam verfügen die Niederlande und Deutschland über starke Wissensinstitutionen und ebenfalls über eine starke Lobbymacht in Europa. Durch die Identifizierung von Projekten und Fachwissen und den Aufbau strategischer Partnerschaften können sich beide Länder gegenseitig stärken und gemeinsame Herausforderungen angehen.

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