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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Staatsbesuch in den Niederlanden

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Drei Tage, zahlreiche Gespräche und ein klares Signal: Der Staatsbesuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in den Niederlanden stand ganz im Zeichen einer engeren deutsch-niederländischen Zusammenarbeit. Von Energiewende und Halbleiterindustrie bis zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit wurde deutlich, welche Rolle die beiden Nachbarländer für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Europa spielen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender werden von König Willem-Alexander und Königin Máxima in Amsterdam begrüßt.

Staatsbesuch mit Signalwirkung für Wirtschaft und Europa

„Zu Gast bei guten Nachbarn und Freunden“ – unter diesem Motto stand der dreitägige Staatsbesuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in den Niederlanden. Die Reise war dabei auch historisch bemerkenswert. Es handelte sich erst um den dritten offiziellen Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten in den Niederlanden auf Einladung des niederländischen Königshauses.

 

Hinter der symbolischen Geste verbirgt sich eine klare Botschaft: Deutschland und die Niederlande wollen ihre strategische Partnerschaft weiter ausbauen und gemeinsam Antworten auf die wirtschaftlichen Herausforderungen Europas finden.

 

Neben den engen politischen und gesellschaftlichen Beziehungen stand darum vor allem die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Mittelpunkt des Besuchs. Themen wie die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft, die Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit sowie technologische Innovationen prägten zahlreiche Programmpunkte und Gespräche.

Wir sind nicht nur durch Werte und Interessen miteinander verbunden, sondern auch durch die gemeinsame Verantwortung für Frieden und Sicherheit in Europa.

 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

 

 

Rotterdam: Energiewende braucht europäische Zusammenarbeit

Wie eng die wirtschaftlichen Interessen beider Länder bereits miteinander verflochten sind, zeigte der Besuch im Hafen von Rotterdam. Europas größter Hafen entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Knotenpunkt für die Energiewende.

 

Bei Gesprächen mit Vertretern der deutschen und niederländischen Wirtschaft standen Projekte rund um Wasserstoff, CO₂-Speicherung und klimafreundliche Industrieprozesse im Fokus. Besonders das CO₂-Speicherprojekt Porthos verdeutlicht, wie grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte zur Dekarbonisierung energieintensiver Industrien beitragen können.

 

Die zentrale Erkenntnis: Der Weg zur Klimaneutralität lässt sich nur gemeinsam gestalten. Dafür braucht es Investitionen, verlässliche politische Rahmenbedingungen und eine europäische Infrastruktur, die nationale Grenzen überwindet.

ASML als Symbol europäischer Technologiestärke

Ein weiterer Höhepunkt des Staatsbesuchs war der Besuch des Chiphersteller-Konzerns ASML in Veldhoven. Das Unternehmen gilt als Schlüsselakteur der globalen Chipindustrie und steht beispielhaft für Europas technologische Kompetenz.

 

Der Besuch machte deutlich, welche strategische Bedeutung Zukunftstechnologien für die Wettbewerbsfähigkeit Europas haben. Gleichzeitig zeigte er, wie eng deutsche und niederländische Unternehmen bereits zusammenarbeiten. Die zusammenarbeit von ASML mit den deutschen Technologieunternehmen Trumpf und Carl Zeiss wird häufig als das Best Practice schlechthin für erfolgreiche europäische Wertschöpfungsketten genannt.

 

Gerade in geopolitisch herausfordernden Zeiten gewinnt die Frage nach technologischer Souveränität zunehmend an Bedeutung. Die deutsch-niederländische Zusammenarbeit kann hierbei wichtige Impulse für ganz Europa setzen.

Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam stärken

Auch der Austausch zwischen Politik und Wirtschaft nahm während des Staatsbesuchs breiten Raum ein. Bei einem Round Table beim größten niederländischen Unternehmerverband VNO-NCW diskutierten Vertreter führender Unternehmen beider Länder mit der deutschen Delegation rundum Staatssekretär Stefan Rouenhofff sowie dem niederländischen Ministerpräsidenten Rob Jetten und NL-Wirtschaftsministerin Heleen Herbert über aktuelle wirtschaftspolitische Herausforderungen.

 

Zu den Teilnehmern gehörten auch mehrere Vorstandsmitglieder der Deutsch-Niederländischen Handelskammer, darunter Energie Nederland-Vorsitzende Femke Brenninkmeijer, Tennet-CEO Manon van Beek und FME-Chef Theo Henrar. Im Mittelpunkt standen Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit Europas, zu Innovationen und zu den Rahmenbedingungen für grenzüberschreitendes Unternehmertum.

 

Die Gespräche machten deutlich: Eine engere wirtschaftliche Verflechtung zwischen Deutschland und den Niederlanden wird nicht als Abhängigkeit verstanden, sondern als strategischer Vorteil. Gerade angesichts geopolitischer Unsicherheiten, wachsender globaler Konkurrenz und der grünen Transformation kann Europa von starken Partnerschaften innerhalb des Binnenmarktes profitieren.

Wenn die Niederlande und Deutschland an einem Strang ziehen, können wir dazu beitragen, ein stärkeres Europa aufzubauen. Ein Europa, das unsere Freiheit schützt, Chancen schafft und zuversichtlich in die Zukunft blickt. 

 

Ministerpräsident Rob Jetten

Strategische Partnerschaft mit Zukunft

Der Staatsbesuch hat gezeigt, dass Deutschland und die Niederlande weit mehr verbindet als eine gemeinsame Grenze. Beide Länder stehen vor ähnlichen Herausforderungen und verfügen zugleich über komplementäre Stärken – von Industrie und Innovation bis hin zu Energieinfrastruktur und internationaler Vernetzung.

 

Für Unternehmen auf beiden Seiten der Grenze eröffnet diese enge Zusammenarbeit Chancen: für gemeinsame Innovationen, resilientere Lieferketten und neue Geschäftsmodelle in den Zukunftsfeldern Energie, Technologie und Digitalisierung.

 

Die Botschaft des Staatsbesuchs ist daher klar: Die deutsch-niederländische Partnerschaft bleibt ein wichtiger Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit Europas.

 

 

Text: Janine Damm

Fotos: Bundesregierung/Sandra Steins (6), Jeroen van der Meyde (1), DPA /Bernd van Jutrczenka (1), Ramon van Flymen/ANP  (1), Robin Utrecht / ANP (1)

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