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Deutschland vs. Niederlande: Wo fahren Autofahrer wirklich schneller?

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Freie Fahrt, kein Tempolimit – Deutschland gilt als das Land der schnellen Autofahrer. In den Niederlanden dagegen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h auf Autobahnen. Doch was ist wirklich dran am Image der beiden Länder? Ein Faktencheck.

Stau DE/NL Zu sehen ist eine Straße, auf der sich viele Autos stauen

Nachdem es auf deutschen Autobahnen, anders als in den Niederlanden, kaum Tempolimits auf Autobahnen gibt, könnte man meinen, dass hier deutlich schneller gefahren wird. Zwar ist die Durchschnittsgeschwindigkeit mit 113,5 km/h höher, doch angesichts der fehlenden Höchstgeschwindigkeit ist die Differenz von 14,5 km/h zum westlichen Nachbarn noch überraschend klein. Und beim Vergleich des Stadtverkehrs zeigt sich sogar, dass man in deutschen Städten langsamer vorankommt als in niederländischen.

Top 3 der langsamsten Städte

Die drei langsamsten deutschen Städte waren Frankfurt mit durchschnittlich 20,4 km/h, Berlin mit 20,7 km/h und Leipzig mit 22,4 km/h. Zum Vergleich: In Amsterdam, der langsamsten Stadt des Nachbarlandes, wird im Schnitt 22,7 km/h gefahren. In puncto Staulast steht jedoch eine andere niederländische Stadt an der Spitze: In Den Haag verdoppelt sich die Fahrtzeit bei Stau im Vergleich zum fließenden Verkehr. Grund dafür sind einige, derzeit parallel stattfindende Großbaustellen. In Deutschland gilt Nürnberg als die Stadt, in der Staus für die meiste Verzögerung sorgen. Die Fahrtzeit erhöht sich hier um 49,7% - kein großer Unterschied zu den Niederlanden also. Diese Werte gehen aus dem TomTom Traffic Index des Jahres 2025 hervor.

 

Doch die geringere Geschwindigkeit wird nicht nur als Last empfunden: Für eine Reduzierung der Durchschnittsgeschwindigkeit im Stadtverkehr sprechen sich sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland viele Städte aus. So wurde die Maximalgeschwindigkeit auf vielen innerstädtischen Straßen von den Gemeinden von 50 auf 30 km/h heruntergesetzt. Gründe dafür sind eine höhere Verkehrssicherheit und geringere Lärmbelästigung.

Freie Fahrt, moderates Tempo

Ein Blick auf die Autobahnen in Deutschland zeigt, dass der Großteil der Autofahrer zwischen 100 und 130 km/h fährt, auch in Abschnitten ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag im Jahr 2024 laut einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft bei 113,5 km/h. Damit sinkt sie kontinuierlich, denn 2021 lag der Wert noch knapp 3 km/h höher. Unterschiede zeigen sich jedoch je nach Wochentag und Uhrzeit. So verschiebt sich die Geschwindigkeitsverteilung am Wochenende sowie abends und nachts nach oben. Generell halten sich aber viele Autofahrer an die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h.

 

In den Niederlanden liegt die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen tagsüber seit 2020 bei 100 km/h. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 99 km/h wird diese Vorgabe eingehalten, wie eine Analyse der App Flitsmeister aus dem Jahr 2023 zeigt. Zwischen 19 Uhr und 6 Uhr ist es auf niederländischen Autobahnen in der Regel möglich, 120 oder 130 km/h zu fahren – je nach Vorgabe. In diesem Zeitraum wird die Höchstgeschwindigkeit hingegen nicht voll ausgenutzt. Auf den 120-km/h-Abschnitten werden durchschnittlich 110 km/h und auf den 130-km/h-Abschnitten 109 km/h gefahren.

Der TomTom Traffic Index

Grundlage für den Vergleich im Stadtverkehr ist der TomTom Traffic Index. Der Karten- und Navigationsspezialist TomTom evaluiert mit seinem Verkehrsindex jedes Jahr das Verkehrsaufkommen in Städten weltweit. Dabei werden Faktoren wie die durchschnittliche Reisezeit, das Staulevel und die Durchschnittsgeschwindigkeit erhoben. Anhand dessen lässt sich der Verkehr in deutschen und niederländischen Städten wunderbar vergleichen.

 

Text: Anne Köster

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