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Warum Erstkäufer auf dem niederländischen Immobilienmarkt an Bedeutung gewinnen

Auf dem niederländischen Wohnungsmarkt zeigt sich ein bemerkenswerter Trend: Der Anteil der Erstkäufer bei Eigentumswohnungen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Nach Angaben des Katasters erhöhte sich ihr Marktanteil von 32 Prozent im Jahr 2018 auf nahezu 42 Prozent im ersten Halbjahr 2025.

Erstkäufer NL zu sehen ist ein "te koop" Schild , das an einer Hauswand hängt

Laut Karsten Klein, Direktor beim niederländischen Eigentümerverband Vereniging Eigen Huis, ist diese Entwicklung eine Aufholjagd für Erstkäufer. „Von 2020 bis 2022 verschwanden viele für Erstkäufer erschwingliche Kaufimmobilien vom Markt, da sie von Investoren aufgekauft wurden. Nun sehen wir, dass sich dieser Trend teilweise umkehrt – eine gute Nachricht für junge Wohnungssuchende auf dem Markt für Kaufimmobilien.“  

Weniger Investoren 

Ein wesentlicher Faktor ist dann auch die rückläufige Aktivität von Investoren auf dem Wohnungsmarkt. Steigende Zinsen, strengere regulatorische Vorgaben sowie sinkende Renditeerwartungen führen dazu, dass zahlreiche private Vermieter Bestände veräußern. Insbesondere kleinere Wohnungen gelangen dadurch verstärkt auf den Markt – vor allem in urbanen Regionen. Genau dieses Segment ist für Erstkäufer besonders attraktiv.  Das hat nach Einschätzung der niederländischen Maklervereinigung NVM hat 2025 zu einer Rekordzahl von Käufen durch junge Städter und Alleinstehende geführt. 

Politische Maßnahmen 

Auch politische Maßnahmen tragen zu dieser Entwicklung bei. Viele Kommunen nutzen inzwischen Instrumente wie den sogenannten Aufkaufschutz, der den Erwerb günstigerer und mittelpreisiger Wohnungen durch Investoren zum Zweck der Vermietung einschränkt. Ziel ist es, Eigennutzern sowie Haushalten mit mittlerem Einkommen bessere Chancen auf Wohneigentum zu eröffnen. 

Fonds für bezahlbare Eigentumswohnungen 

Ein weiterer Baustein ist das Nationaal Fonds Betaalbare Koopwoningen, das Erstkäufern mit mittlerem Einkommen den Zugang zu Neubauwohnungen erleichtern soll. Über das Fondsmodell können Entwickler und Wohnungsbaugesellschaften Wohnungen unterhalb des Marktwerts anbieten. Die maximale Käuferunterstützung beträgt dabei 70.000 Euro pro Wohnung. Da die Unterstützung beim späteren Verkauf teilweise in den Fonds zurückfließt, bleibt das Kapital für künftige Käufergenerationen verfügbar. Damit zielt das Instrument insbesondere auf Haushalte, die für den sozialen Mietsektor zu viel verdienen, aber auf dem regulären Kaufmarkt nur schwer Fuß fassen können. 

Großzügigere Finanzierungsmöglichkeiten 

Darüber hinaus haben sich die Finanzierungsmöglichkeiten verbessert. Die Grenze für die Nationale Hypothekengarantie (NHG) wurde 2025 auf 450.000 Euro angehoben, während die Kosten für diese staatliche Absicherung gesenkt wurden. Das bedeutet für Käufer häufig günstigere Finanzierungsbedingungen. Gleichzeitig stärken steigende Einkommen – insbesondere bei Doppelverdienern – die Kreditfähigkeit vieler Haushalte. 

Wohnungsmangel bleibt 

Trotz dieser positiven Dynamik bleibt der niederländische Wohnungsmarkt angespannt. Klein sagt dazu: „Die Zeiten, in denen Investoren massenhaft erschwingliche Wohnungen aufgekauft haben, sind vorbei. Dadurch ergeben sich mehr Chancen für Menschen, die selbst eine Wohnung suchen. Das verschafft Erstkäufern endlich wieder etwas Luft. Gleichzeitig ist die Wohnungsknappheit noch lange nicht behoben, und wir müssen weiterhin viele neue Wohnungen bauen.“ 

 

Text: Hendrike Oosterhof

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