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Vom Hype zum Arbeitsplatz: KI-Start-ups in den Niederlanden und Deutschland

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Künstliche Intelligenz ist mittlerweile allgegenwärtig – es treibt die Börsenkurse in große Höhen, ist aber auch aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Deutschland und die Niederlande entwickeln sich hier rasant weiter. Unternehmen nutzen die Technologie in Produkten und integrieren sie in Prozesse. Doch was bringt KI tatsächlich und welche Rolle spielen Start-ups?

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Ein Blick auf die Pioniere zeigt: 88 Prozent der niederländischen Unternehmen, die KI einsetzen, konnten 2025 ihren Umsatz um durchschnittlich 27 Prozent durch den Einsatz von KI steigern. Die ING kann in Deutschland auf diese Weise ihre Kosten senken. Die Bank nutzt KI, um Immobilien in etwa fünfzehn Minuten zu bewerten und Engpässe in Kundenprozessen zu erkennen. Laut ING führte dies im Jahr 2025 zu etwa einer Million weniger Anfragen beim Helpdesk, was unterm Strich etwa 100 Vollzeitstellen entbehrlich macht. Die Bank macht jedoch eine Einschränkung: Solche Ergebnisse erfordern aufwendige Projekte, Datenaufbereitung und Prozessanpassungen. KI ist eine organisatorische Veränderung, deren Motor die Technologie ist.

 

Genau deshalb spielen Start-ups eine so wichtige Rolle. Sie sind flexibler, können gezielter entscheiden und setzen Anwendungen oft direkt in der Produktion um. Im vergangenen Jahr haben 45 Prozent der deutschen Start-ups ein KI-basiertes Produkt auf den Markt gebracht, während es bei den größeren Unternehmen nur 16 Prozent waren. Auch die verfügbaren Arbeitskräfte tragen dazu bei: Die Niederlande verfügen mit fast elf KI-Experten pro 10.000 Einwohner über den größten KI-Talentpool Europas, gefolgt von Irland und der Schweiz. Deutschland liegt mit 4,3 Talenten pro 10.000 Einwohner auf Platz zehn. Diese Experten machen den Unterschied: Wo mehr Talente verfügbar sind, entstehen schneller neue Produkte, Teams 
und Ökosysteme.

 DeutschlandNiederlandeEuropa
Anteil Unternehmen, die KI einsetzen53%49%42%
Ansteig gegenüber 202447%23% 

Quelle: Strandpartners

KI-Start-ups in Zahlen
  • Niederlande: 618 KI-Start-ups
  • Deutschland: 1.296 KI-Start-ups
Anteil KI-Start-ups an allen Start-ups
  • Niederlande: 9,3%
  • Deutschland: 9,5%
KI-Start-ups pro Million Einwohner
  • Niederlande: 36
  • Deutschland: 15

Die Breite der KI-Landschaft ist in beiden Ländern bemerkenswert. Wir geben einen Überblick über auffällige und erfolgreiche Start-ups.

Niederländische Start-ups

CuspAI

Wurde zum vielversprechendsten europäischen KI-Start-up des Jahres 2025 gekürt. Das Unternehmen nutzt künstliche Intelligenz, um neue Materialien zu entdecken und zu entwickeln. Mithilfe einer molekularen KI-Suchmaschine beschleunigt CuspAI die Materialentwicklung, unter anderem für Batterien und nachhaltigere Flugzeugtreibstoffe, aber auch für Anwendungen zur Wasseraufbereitung sowie zur Abscheidung von CO2 aus der Atmosphäre.

CuspAI Gründer ChadandMax
Gründer Dr. Chad Edwards und Prof. Max Welling
CuspAI
Axelera AI

Dieser niederländische Chipentwickler ist der europäische Herausforderer von Nvidia. Nach eigenen Angaben sind seine Chips zehnmal energieeffizienter und fünfmal günstiger als die von Nvidia. Seine KI-Prozessoreinheit (AIPU) wurde mit Blick auf Kosteneffizienz und Zugänglichkeit entwickelt und ermöglicht es Unternehmen, das Potenzial fortschrittlicher KI-Anwendungen zu nutzen.

AI Metis AIPU Axelera
KI-Prozessoreinheit (AIPU)
Axelera AI
Zander Labs

Ein deutsch-niederländisches Deep-Tech-Unternehmen, das Pionierarbeit im Bereich passiver Gehirn-Computer-Schnittstellen und neuroadaptiver Technologien leistet. Damit verwirklichen sie die Zukunft der Kommunikation von Menschen mit autonomen Systemen und KI. Ihre Mission: eine Plattform mit kognitiven Klassifikatoren zu entwickeln, um das volle Potenzial der Computerinteraktion auszuschöpfen. Im Jahr 2025 erreichten sie einen Meilenstein, indem sie insgesamt 1000 einzigartige EEG-Datensätze sammelten und die Lösung präsentierten.

EEG-Untersuchung
EEG-Untersuchung
Zander Labs
GPT-NL

Ein niederländisches Large Language Model: TNO arbeitet zusammen mit SURF und NFI an einer Alternative zu ChatGPT. Das Sprachmodell schafft ein eigenes Ökosystem, das nach niederländischen Werten und Richtlinien entwickelt wurde. Damit zeigt es, dass fortschrittliche KI entwickelt werden kann, ohne ethische Grenzen zu überschreiten - und das mit qualitativ hochwertigen niederländischen Daten, die rechtmäßig unter anderem von Nachrichtenmedienverlagen bezogen wurden.

Logo GPT-NL
Logo GPT-NL
GPT-NL
Kepler Vision Technologies

Kepler entwickelt KI-Software zur Sturzerkennung und -prävention im Gesundheitswesen. Die Lösungen des Unternehmens erkennen unsichere Situationen in Echtzeit und alarmieren das Pflegepersonal innerhalb von Sekunden. Darüber hinaus hat das Unternehmen mit der „Kepler Night Nurse” eine Lösung für die Altenpflege entwickelt, die die Arbeitsbelastung des Pflegepersonals verringert und gleichzeitig die Qualität der Pflege verbessert.

Kepler Vision Technologies Sturzerkennung
Sturzerkennung im Gesundheitswesen
Kepler Vision Technologies
Wonderflow

Dieses Unternehmen nutzt künstliche Intelligenz, um große Mengen an Feedback zu analysieren, das Kunden in sozialen Medien, in Bewertungen und in Nachrichten an Helpdesks hinterlassen. Das Feedback wird in einem Dashboard dargestellt. Zu den Kunden zählen unter anderem Philips, Nespresso, JBL, DHL und Uber. Philips kann so beispielsweise sehen, was an einer Kaffeemaschine verbessert werden kann.

Wonderflow Feedback Dashboard
Feedback Dashboard
Wonderflow
Avular

Personalmangel mit Robotern lösen: Avular aus Eindhoven entwickelt sowohl Drohnen als auch fahrende Roboter. Dabei stellt das Unternehmen den Nutzer in den Mittelpunkt. Laut dem Gründer kann der Robotik-Sektor nur mit einem innovativen und visuell ansprechenden Ansatz auf ein höheres Niveau gebracht werden. Bis 2030 will das Unternehmen eine Million Roboter im Einsatz haben und strebt einen Platz unter den zehn weltweit führenden Robotik-Unternehmen an.

Drohne und Roboter Avular
Fahrender Roboter und Drohne
Avular

Deutsche Start-ups

Langdock

Die KI-Plattform Langdock unterstützt Unternehmen dabei, generative KI zu integrieren, um Workflows zu automatisieren und die Produktivität zu steigern. Nach eigenen Angaben erzielt das KI-Start-up mehr als 16 Millionen Euro Umsatz und gewann seit der Gründung 2023 über 3000 Kunden – darunter die Sprachlern-App Babbel und der Kosmetikkonzern Lavera. Investoren loben vor allem die schnelle Implementierung und die benutzerfreundliche Oberfläche.

Langdock Gründerteam
Gründerteam: Lennard Schmidt, Jonas Beisswenger und Tobias Kemkes
Marzena Skubatz, Langdock
EcoComply

Das Start-up aus Heilbronn hat eine Plattform entwickelt, die Hersteller dabei unterstützt, ihre Produkte effizient und zuverlässig auf gesetzliche Anforderungen wie CE-Kennzeichnung, RoHS, REACH, WEEE und mehr zu prüfen und vorzubereiten. Im Jahr 2025 wurde das Start-up mit dem renommierten One Hundred Award ausgezeichnet.

Eco Comply Logo
Logo EcoComply
EcoComply
Parloa

Das Berliner Start-up bietet KI-gestützten Kundenservice. Sein KI-Assistent „Nils“ wirkt besonders natürlich, weil er individuell auf Kunden eingeht. Parloa zählt zu den fünf deutschen Unternehmen, die 2025 erstmals eine Milliardenbewertung erreicht haben, und wird aktuell auf fast drei Milliarden US-Dollar geschätzt. Zu den Kunden gehören unter anderem Decathlon, der Tourismuskonzern TUI und die Allianz Versicherung.

Gründer Parloa
Gründerteam Malte Kosub und Stefan Ostwald
Parloa
Mirelo

Mirelo überträgt das Prinzip großer Sprachmodelle, wie sie etwa bei Chatbots zu Einsatz kommen, auf andere Modalitäten. Das Unternehmen ist auf das Generieren von Audioeffekten für Videos spezialisiert. Wie sich eine passende Tonspur anhören sollte, erkennt die KI selbstständig. In ersten Blindtests schneidet Mirelos Modell besser ab als die internationale Konkurrenz. Und könnte in der Werbeproduktion eingesetzt werden.

Generieren von Audioeffekten Mirelo
Audioeffekte für Videos generieren
Mirelo
Twaice

Das Unternehmen bietet eine Analytik-Software, die das Verhalten und die Lebensdauer von Batterien vorhersagt. Die KI lernt aus Beispielen sowie Daten und erstellt daraus ein statistisches Modell. So entwickelt Twaice digitale Zwillinge von Batterien, um deren Verhalten über viele Ladezyklen hinweg zu simulieren. Das Münchner Start-up hat bereits mehr als 50 Kunden, darunter Audi, Mercedes und TÜV Rheinland.

Twaice Batterietest
Batterien werden zum Testen vorbereitet
Twaice
MatchX

Das Berliner Unternehmen ist auf den Aufbau leistungsstarker, skalierbarer IoT-Netzwerke spezialisiert – also Netzwerke miteinander verbundener Geräte, die Daten drahtlos erfassen und übertragen. Damit trägt MatchX weltweit zur Umsetzung von Smart-City-Projekten bei: vom Verkehrs- und Abfallmanagement bis hin zu Energieeffizienz und öffentlicher Sicherheit.

IoT-Netzwerk MatchX
IoT-Netzwerk
MatchX
Bloom Future

Das Heilbronner Start-up Bloom Future richtet sich an Unternehmen, die motivierte Nachwuchstalente aus ihrer Region finden möchten. Die App bietet eine zeitgemäße Berufsorientierung speziell für die Generation Z, zeigt jungen Menschen ihre Potenziale auf und hilft Unternehmen dabei, passende Talente zu identifizieren.

Berufsorientierung für Generation Z Bloom Future
Potenziale identifizieren über Chatbot
Bloom Future

Text: Hendrike Oosterhof

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